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Biogasanlage
 
Die Biogasanlage wurde im Sommer 1998 in Betrieb genommen und produziert Strom aus
landwirtschaftlichen Restprodukten wie Gülle, Mist und Speiseresten. Die Speisereste werden im gesamten Kreis Ahrweiler mit zwei Lkws eingesammelt und tägl. verarbeitet.
Die 2 Motoren können täglich bis zu 5.000 Kilowatt erzeugen.
 
 

 
Pressebericht Biogasanlage   Kreisverwaltung Ahrweiler - 12.09.2002

Wenn Gülle zu Geld wird

Biomasse bietet „ökologische und ökonomische Chancen“ – Drei Veranstaltungen im AW-Kreis – Biogas, Hackschnitzel-Heizung und Holz-Sonne-Kupplung

Biomasse, nachwachsende Rohstoffe und Agrar-Rohstoffe stellen ab Ende September europaweit einen Schwerpunkt des öffentlichen Interesses dar. Der Kreis Ahrweiler ist mit drei Projekten dabei.

„Ökologische und ökonomische Chancen vor allem für den ländlichen Raum“ sieht Landrat Dr. Jürgen Pföhler in solchen Projekten. Die Idee, aus Biomasse Energieträger zu gewinnen, lasse sich noch stärker als bislang verwirklichen. Interessant sei dies als alternative Einnahmequellen in erster Linie für Land- und Forstwirte, unterstrich Dr. Pföhler.

Die Europäischen Biomassetage 2002 finden vom 29. September bis 6. Oktober statt. C.A.R.M.E.N. (Centrales Agrar-Rohstoff-Marketing- und Entwicklungs-Netzwerk) ruft zu Infoveranstaltungen und Aktionen auf. Hersteller, Anwender sowie Förder- und Forschungseinrichtungen, die sich mit nachwachsenden Rohstoffen befassen, treten in ihren Heimatregionen an die Öffentlichkeit. Für Deutschland sind mehr als 200 Teilnehmer registriert. Präsentiert und diskutiert werden technische Standards, Entwicklungstrends und Markt-Chancen der Produkte.

Die drei Projekt-Träger im AW-Kreis informieren mit Infoständen und Kurzvorträgen über Potenziale, die in nachwachsenden Rohstoffen und der Energiegewinnung stecken.

Erstens: Die Biogasanlage LEKABO in Kalenborn bei Altenahr produziert seit einigen Jahren Strom aus landwirtschaftlichen Restprodukten wie Gülle und Speiseresten. Veranstalter ist Bruno Leenen, Hegehof, 53505 Kalenborn, Ruf 02643/3288. Am Donnerstag, 3. Oktober, (Tag der deutschen Einheit) findet ein Tag der offenen Tür statt (10 bis 16 Uhr). Bruno Leenen bittet vorab um eine telefonische Absprache.

Zweitens: Die Hackschnitzel-Heizanlage "Alte Ziegelei" in Ahrweiler versorgt ein 65 Niedrigenergiehäuser umfassendes Wohngebiet. Veranstalter des Tages der offenen Tür ist die Residenz GmbH, Jesuitenstraße 11a, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler, Ruf 02641/79158. Ansprechpartner ist Jürgen Niemann, E-Mail: juergen.niemann@hks-architekten.de. Der Tag der offenen Tür findet am Samstag, 5. Oktober, von 13 bis 17 Uhr statt. Die Adresse der Anlage selbst: Alte Ziegelei, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler, Ortsausgang Richtung Ramersbach, zwischen den Hausnummern 10 und 32.

Drittes Projekt: eine Holz-Sonne-Kopplung. Die Firma Winand (Grafschaft-Lantershofen) stellt in Kooperation mit dem Forstamt Ahrweiler die private Pellet-Zentralheizung mit thermischer Solaranlage ebenfalls bei einem Tag der offenen Tür vor: Samstag, 5. Oktober, Ansprechpartner: Dirk Prüter (Ruf 02641/917282, E-Mail: dirk@prueter.info). Die Adresse der Anlage: Burgstraße 78, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler (Ortsteil Gimmigen).
Was versteht man unter Biomasse? Die Begriffe „Biomasse“, „nachwachsende Rohstoffe“ und „Agrar-Rohstoffe“ meinen im Prinzip alles, was in Wald und Feld wächst und nicht für den Verzehr gedacht ist. Biomasse wird durch Fotosynthese gebildet, also durch die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in Energie.

Biomasse ist nicht nur regenerierbar, sondern auch in großen Massen einfach zu speichern. Dies gilt als großer Vorteil gegenüber anderen regenerativen Energien wie Wind-, Wasser- und Solarenergie. Aus Biomasse gewonnene Energieträger wie Biogas, Biodiesel und Holz-Pellets erleben zurzeit einen großen Aufschwung. Die Preise für Heizöl und -gas begünstigen solche Alternativen.

Typische Beispiele für die stoffliche Nutzung von Biomasse sind Holz- und Pflanzenfasern. Weniger bekannt ist, dass sich auch aus Stärke und Fetten geeignete Produkte herstellen lassen. Dazu zählen biologisch abbaubare Werkstoffe, die sich wie petrochemische Kunststoffe verarbeiten lassen, oder Schmierstoffe, die mittlerweile höchsten Ansprüchen genügen und sich in der Umwelt schnell zersetzen.

Info zu den Biomassetagen im AW-Kreis: Kreisverwaltung Ahrweiler, Wirtschaftsförderung, Margret Birnfeld, Ruf 02641/975-576, Margret.Birnfeld@aw-online.de. Allgemeine Info unter: www.biomasse-tage.org, www.carmen-ev.de.

 

Pressebericht / Biogasanlage    Kreisverwaltung Ahrweiler - 27.09.2002

Biogas, Hackschnitzel-Heizung und Holz-Sonne-Kopplung

Biomasse-Tage im Kreis Ahrweiler – Neuer Termin in Gimmigen

Wer Interesse an Biomasse, nachwachsenden Rohstoffen und Agrar-Rohstoffen als Energieträger hat, sollte sich einige Termine notieren. Im Rahmen der Europäischen Biomassetage 2002 vom 29. September bis 6. Oktober informieren drei Projekt-Träger aus dem Kreis Ahrweiler. Daran erinnert die Kreisverwaltung.

Erstens: Die Biogasanlage LEKABO in Kalenborn bei Altenahr produziert seit einigen Jahren Strom aus landwirtschaftlichen Restprodukten wie Gülle und Speiseresten. Veranstalter ist Bruno Leenen, Hegehof, 53505 Kalenborn, Ruf 02643/3288. Am Donnerstag, 3. Oktober, (Tag der deutschen Einheit) findet ein Tag der offenen Tür statt (10 bis 16 Uhr). Bruno Leenen bittet vorab um eine telefonische Absprache.

Zweitens: Die Hackschnitzel-Heizanlage "Alte Ziegelei" in Ahrweiler versorgt ein 65 Niedrigenergiehäuser umfassendes Wohngebiet. Veranstalter des Tages der offenen Tür ist die Residenz GmbH, Jesuitenstraße 11a, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler, Ruf 02641/79158. Ansprechpartner ist Jürgen Niemann, E-Mail: juergen.niemann@hks-architekten.de. Der Tag der offenen Tür findet am Samstag, 5. Oktober, von 13 bis 17 Uhr statt. Die Adresse der Anlage selbst: Alte Ziegelei, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler, Ortsausgang Richtung Ramersbach, zwischen den Hausnummern 10 und 32.

Drittes Projekt: eine Holz-Sonne-Kopplung. Die Firma Winand (Grafschaft-Lantershofen) stellt in Kooperation mit dem Forstamt Ahrweiler die private Pellet-Zentralheizung mit thermischer Solaranlage ebenfalls bei einem Tag der offenen Tür vor. Achtung, der Termin wurde um eine Woche vorverlegt. Neuer Termin: Samstag, 28. September, 13 bis 17 Uhr, Ansprechpartner: Dirk Prüter (Ruf 02641/917282, E-Mail: dirk@prueter.info). Die Adresse der Anlage: Burgstraße 78, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler (Ortsteil Gimmigen).

Info zu den Biomassetagen im AW-Kreis: Kreisverwaltung Ahrweiler, Wirtschaftsförderung, Margret Birnfeld, Ruf 02641/975-576, Margret.Birnfeld@aw-online.de. Allgemeine Info unter: www.biomasse-tage.org, www.carmen-ev.de.

Pressebericht Newsletter 40 / 2000 "Energie und Umwelt" http://www.hhipg.de

1.4. Konzepte zur Nutzung

"60 Kubikmeter Mais gibt ein Hektar nicht her"

Bruno Leenen ist enttäuscht. Auch ohne die von Land und Kreis erhoffte Förderung hatte der Landwirt aus Kalenborn eine Biogasanlage gebaut, im Sommer 1998 in Betrieb genommen und darin aus Mist, Gülle und Speiseresten Strom produziert. In diesem Sommer wagte sich der aufgeschlossene Bauer einen Schritt weiter und beteiligte sich als einziger landesweit an einem Pilotprojekt: Produktion von Strom aus Futtermais. Sein Lohn sind möglicherweise Sanktionen von mehreren 1.000 Mark. Seine Felder in 400 Meter Höhe in der Eifel zwischen Kalenborn und Hilberath geben die geforderte und vertraglich vereinbarte Erntemenge nicht her, erklärt Leenen das Desaster.

Bruno Leenen will seine Stromproduktion erhöhen. Darum hatte er von Anfang an einen zweiten Motor in der Biogasanlage vorgesehen. Der würde ihn in die Lage versetzen, täglich locker 2.000 Kilowatt zu erzeugen. Das erforderliche Mehr an Biogas wollte er - angeregt durch die Diskussion über regenerative Energieträger - statt durch Mist und Abfälle durch Anbau von Futtermais gewinnen. "Solch ein zusätzlicher Verdienst könnte auch andere landwirtschaftlicher Betriebe am Leben halten", ist sich Leenen sicher. Und er nennt die im Gegensatz zu seinen Anfängen besseren Rahmenbedingungen: Während er mit 14 Pfennigen pro Kilowattstunde vorlieb nehmen musste, garantiert die neue Einspeisevergütung nun 20 Pfennige pro Kilowattstunde auf 20 Jahre. Sicheres Einkommen für die Betriebe.

Zweite Verbesserung: Auf landwirtschaftlichen Stilllegungsflächen, für die von der EU Ausgleichsbeträge gezahlt werden, dürfen nun Futterrüben oder Futtermais als Grundstoff für Biogas angebaut werden, ohne dass die Geldzahlung gestrichen wird. Bruno Leenen entschied sich für Mais, weil der Anbau von Futterrüben zu viel Arbeit erfordert.

Ernten von Flächen, für deren Brache die EU zahlt, dürfen freilich weder als Lebensmittel noch als Viehfutter verwendet werden. Darum musste Leenen den für die Gewinnung von Biogas gezogenen Mais denaturalisieren, das heißt, für den Verzehr unbrauchbar machen. Er häckselte die Stengel samt Kolben, vermischte die Masse mit Gülle und Mist und legte sie auf ein Silo. Um auszuschließen, dass vor dem Prozess Teile der Ernte für andere Zwecke beiseite geschafft werden, musste sich Leenen vertraglich verpflichten, eine bestimmte Menge denaturalisiert auf dem Silo vorzuweisen: 60 Kubikmeter pro Hektar.

Das hat er nicht geschafft. Darum fürchtet er nun Strafgelder. Leenen kritisiert die Rahmenbedingungen des Projekts als "unwägbar". Bis heute sei nirgendwo festgehalten, zu welchem Zeitpunkt die Silomenge gemessen wird, erklärt er: nach dem Häckseln, wenn das Grünzeug noch locker aufeinander liegt, oder nach Wochen im Silo, wenn das Material zusammengepresst und verdichtet ist.

Leenens Biomasse wurde auf dem Silo gemessen. "Ich hatte schon gemerkt, dass es zu wenig war, und noch ein paar Karren von meinem eigenen Futtermais dazu gekippt, um einer Strafe zu entgehen", berichtet er.

Die erste Messung des Silos ergab trotzdem nur 40 Kubikmeter pro Hektar. Bei einer zweiten Messung Ende vergangener Woche waren es nur noch knapp 38 Kubikmeter: Das Material hatte sich weiter zersetzt. Daraufhin ließ der Bauer auch das Silo mit dem offiziell als Tierfutter angebauten Mais vermessen: ebenfalls knapp 38 Kubikmeter.

Für den Bauern steht fest: 60 Kubikmeter lassen sich angesichts der Bodenbeschaffenheit und unter den klimatischen Bedingungen in der Eifel nicht erzielen. Er weist darauf hin, dass der Mais eine in südlichen Ländern beheimatete Pflanze ist und hier eine Sorte mit bewusst niedrig gezüchtetem Stängel und großen Kolben angebaut wird. Darum war die Grünmasse gering.

Leenen ist außerdem nicht klar, auf welcher Basis die 60 Kubikmeter Silomasse pro Hektar gefordert werden. Vergleichszahlen fehlen, sagt er. Außerdem könne man die Wachstumsbedingungen in der Eifel nicht mit denen etwa in der Kölner Bucht vergleichen.

Darum ließen Erträge aus Nordrhein-Westfalen keine Rückschlüsse auf Kalenborner Verhältnisse zu. Und er weist darauf hin, dass die geforderte Menge noch gar nicht fest stand, als er den Vertrag mit der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, die das Projekt betreut, unterschrieb.

Bruno Leenen hat seine Motivation verloren und erst einmal die Nase voll vom Anbau regenerativer Energieträger. "Ich kann Interessenten nur sagen, lasst die Finger davon; für das Biogas muss der Weg erst noch bereitet werden", kündigt er an. Eines ist dem Bauern klar: "Wenn sich an den 60 Kubikmetern nichts ändert, ist das gesamte Projekt für Rheinland-Pfalz gestorben."


 

 

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